Track Dolly



Die Grundlage eines Trackdollys ist ein schienengebundenes System, das eine lineare Fahrt mit einer Kamera (auf einem Stativ) ermöglicht. In Ausnahmefällen kann dies in einer Kurve erfolgen, i.d.R. aber in einer Geraden.


Für diese Kamerafahrt ist der Untergrund als zweitrangig anzusehen, da das Schienensystem hier einen absoluten Ausgleich darstellt und Unebenheiten effektiv umgeht.


Wie die professionellen Systeme aussehen, und wie viel sie kosten, kann man gerne im Internet recherchieren – hier geht es mal wieder um eine Eigenbaulösung.



Mein bisheriges Dolly war hier für die Formgebung das entsprechende Vorbild. Eine komplette Gestaltung aus Metall war hier maßgebend, da ich einen Vorteil darin sehe, wenn das Gerät ein gewisses Gewicht aufweist, in meinem Fall ca. 8 KG.


Da ich noch (die Letzten ! ) Tischbeine zur Verfügung hatte, kamen diese zum Einsatz. Die T-Förmige Konstruktion habe ich diesmal nicht trennbar zusammen geschweißt.


Dieses Konstrukt ist nicht gleichschenklig aufgebaut, da ich durch einen größeren Abstand der Rohre eine höhere Stabilität erreichen wollte.


Rollen:


Als Laufrollen habe ich preiswerte Rollen für Inline-Scater genommen, die bereits mit Lagern und Spacern ausgestattet waren.


Es gibt wesentlich härtere Rollen für Skateboards, die auch nach längerer Aufbringung auf die Rohre keine Flachstellen bekommen…diese sind empfehlenswerter, leider auch teurer.


Ich kann mir diese im Moment nicht erlauben, deswegen hier weiter mit den bereits verbauten Rollen.


(Übrigens: Gebrauchte Rollen würde ich nicht empfehlen, da diese durch diverse ausgeführte Bremsmanöver unrund laufen!)


Die Rollen habe ich in einem 45 Grad Winkel an das Grundgestell geschraubt, natürlich mit selbstsichernden Muttern.


 


Schienen:


Als „Schienen“ nutze ich Leerrohre für Elektrokabel, 40mm Durchmesser, 2 Meter Länge. Diese sind erstaunlich stabil (!) und trotzdem leicht und – sehr preiswert! Man kann diese Rohre miteinander verlängern, allerdings nicht auf die vorgesehene Weise, da hier ein starker Übergang zu spüren wäre. Diese offiziellen Anschlussstücke müssen entfernt werden, anschließend wird noch ein etwa 12 – 15 cm langes gerades Stück vom Rohr abgeschnitten und der Länge nach aufgesägt.


Um zwei Rohre miteinander zu verbinden werden nun diese Zwischenstücke ineinander gedrückt und in eins der Rohre eingeführt. Da sich dieses Zwischenstück nun auszudehnen versucht, setzt es sich rel. fest an der Innenwand des Rohres fest. Nun kann das zweite Rohr aufgeschoben werden – und das war’s schon!


Theoretisch können auf diese Art und Weise unendlich viele Rohre miteinander verbunden werden, ohne dass man einen Übergang spürt. Voraussetzung dafür ist, dass die Schnitte wirklich exakt gerade erfolgen!


Für den Aufbau werden nun zwei Rohre nebeneinander auf den Boden gelegt, im ungefähr benötigten Abstand zu den Dolly – Rädern. Setzt man nun das Dolly auf, so zwingen die Räder schlussendlich die Rohre in den wirklich benötigten Abstand, sodass dieses System auch schon einsatzbereit ist. Beim hin- und herfahren mit dem Dolly kann man gut beobachten, wie die Rohre „begradigt“ werden, ein selbst ausrichtendes System - würde ich mal sagen ;-)


Untergründe: Dieses System funktioniert auf mäßig unebenen Untergründen, wie z.B. sandiger Boden, gefliester Boden mit groben Fugen, Gehwege mit leicht unebenen Gehwegplatten, auf Wiesen, wenn diese nicht zu hoch gewachsen und buckelig sind…aber:


Um Geräusche zu vermeiden, die bei verschmutzten Untergründen zu erwarten sind, empfiehlt es sich, einen etwa 15 – 20 cm breiten (je 4 Meter lange) Teppichstreifen unter die Rohre zu legen. Zusätzlich zur Geräuschreduzierung werden noch gröbere Unebenheiten elegant ausgeglichen, bzw. auf Wiesen stören die Grashalme gar nicht mehr.

 


Um die Skater-Rollen lautlos zu betreiben, lohnt sich ein sparsames Einreiben der Räder mit Talkum!


Talkum ist der Hauptbestandteil von Babypuder, wird in der Lebensmittelindustrie eingesetzt und dient zur Lagerung und Pflege von Latexprodukten.


Kauf in jeder Apotheke, es ist recht preiswert. 50gr. für den Anfang sollten reichen!


Vorsicht: Auf Holzboden, Laminat u.ä. Untergründen verursacht Talkum eine erhebliche Glätte, also bitte nicht ausrutschen!!


Bitte als Alternative keinesfalls Silikonspray o.a. nehmen, hier sammelt sich Schmutz an und beim Versprühen wird die Umgebung extrem glatt!!


 

 


Weitergehende Informationen:


 


Wo kann man das System nicht nutzen?


Auf Treppen, höheren Übergängen wie z.B. eine Bordsteinkante, auf extrem unebenen Feldwegen… Hier könnte man bis zu einem gewissen Grad preiswerte Dachlatten unter die Teppiche legen, um hier eine höhere Stabilität zu erreichen.


 


Nutzlast:


Ich habe insgesamt 12 Rollen verbaut, dadurch verteilt sich die aufgebrachte Last auf diese 12 Punkte. In einem Selbstversuch habe ich ein Gewicht von über 70 KG auf dem Dolly transportiert! Es gab hier absolut nichts zu beanstanden! Kein Verzug bei den Rollen, keine Verzögerung beim Anlauf des Dollys, die Rohre trugen das Gewicht ohne jeglichen Verzug oder Eindellung!!!


 


Eine komplette Kamera mit Stativ kann locker 10 Kg wiegen (mit Monitor, Akkuträger, etc…), trotzdem kann mein Dolly dieses vollkommen sicher und stabil transportieren…!

 


Ich muss zugeben, dass mich dieses Track-Dolly-System neben meinem großen Kamerakran am meisten beeindruckt, da die Laufruhe und der Nutzfaktor für filmischen Einsatz eine gesunde Basis für mein Equipment darstellt.

 


Bauzeit: An zwei Wochenenden, also etwa 4 Tage für die Schweißarbeiten.




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