Mamiya C220

   Mamiya C 220

      

Back to the roots...!

 

So könnte man zumindest meinen, als ich mir am 22. April 2021 eine alte mechanische 6x6 Kamera gekauft hatte.


Es handelt sich um eine Mamiya C 220. Das Baujahr konnte ich zunächst nicht genau angeben, der Produktionszeitraum der Kamera lag  zwischen 1966 und 1981 – doch meine weiterführende Recherche ergab über das beginnende „B“ der Seriennummer das wahrscheinliche Baujahr: 1969.


Warum also so etwas Altes? Und auch noch analog…?


Nun, es geht um das Mittelformat. Aber als Basis für Panoramaaufnahmen, die ich zukünftig gerne machen möchte!

In 6 x 17cm! Ein langer Weg noch für tolle Fotos! So hoffe ich zumindest...


Der Bereich Mittelformat hat mich schon früher in seinen Bann gezogen. Seit meinen Tagen als Fotofachverkäufer hänge ich gedanklich an einer Hasselblad 500c/m in Chrom mit einer verchromten 80mm Optik.


Die heutigen Preise sind allerdings so stark gestiegen, offenbar geht da schon mal die Fantasie mit den Verkäufern durch.

Natürlich werden die Kameras im Laufe der Jahre nicht besser! Auch nicht die aus Schweden!

Deswegen ist Hasselblad meinem Fokus gewichen, hat meine Heldenkamera doch Siegfriedgleich auch ein Blatt auf der Schulter...


ca. 22 Minuten

Hasselblad 500 c/m f 2,8 80mm  Planar

Wenn es ans Kaufen geht, sind heutzutage schon besondere Begabungen gefragt!


Andere Länder, andere Sitten. Da muss man gerade bei Japanischen Angeboten schon mal genau aufpassen, was da als „Near Mint“ (Fast neu) oder „Mint“ (Neu) angeboten wird. Vielleicht bezieht sich das aber auch auf neuen Rost, der in so manchen Scharnieren und auf diversen Schrauben sitzt, wer weiß dass schon so genau.

Gerade die C - Mamiyas haben an unterster Stelle gerne mal verrostete Schrauben.


Auch bin ich mit einem nordamerikanischen Youtuber „überein gekommen“, dass die Beschreibungen der Japaner einem kulturellem Diktat unterliegen, dass sich deutlich von der restlichen Welt abhebt. Man kann nicht die Wahrheit sagen, da dies offensichtlich den möglichen Kunden beleidigen könnte! So werden z.B. Zenza Bronicas fast alle als S2A - Modell angeboten, obwohl die gezeigten Seriennummern dies nicht bestätigen! Erst ab Seriennummer 150037 wurde das A - Modell aufgelegt, alles davor ist einfach nur die S2. Ob dies nun Unwissen ist oder was auch immer - man muss sich vorab selbst ausreichend (!) informieren, sonst kann man schnell enttäuscht werden!

Stattdessen sind aber die Bilder für die Wahrheitsfindung zuständig – und die Japaner sind wieder fein raus, da sie nichts mehr dazu sagen müssen.

Ich bin deswegen nicht böse, aber sehr aufmerksam! Und achte darauf, dass die Japaner nicht ihr Gesicht verlieren, auch wenn ich schon mal im Kommentarbereich klar gesprochen habe, wie abweichend die Beschreibung war! Das werde ich aber in Zukunft abstellen und den Japanischen Gepflogenheiten entsprechend anpassen!

Natürlich kann man für Panoramaaufnahmen auch Panoramakameras kaufen.

Wird aber teuer! Ich war gedanklich bei der "Texas Leica", Plaubel und co., sonstige größere Aufnahmegeräte bis hin zu einer Shen Hao TFC 617 - leider auch recht teuer...

Aber bildhübsch!




Der YouTube Kanal von Nick Carver sei hier gerne anzuraten! Seine Art Bilder zu machen und

darüber zu berichten ist wirklich sehr entspannend und anregend zugleich!


https://www.youtube.com/user/nickcarverphoto



Zenza Bronica S2A (?) f 2,8 75mm

Shen Hao TFC 617 - A

Die Zenza Bronica S2A ähnelt einem amerikanischen Straßenkreuzer mit viel Chrom und Heckflossen, als die Gallone Sprit noch billiger war als eine Tasse Kaffee...

Die Schönheit der Linienführung und die Eleganz der Materialien

alleine würde einen Kauf schon rechtfertigen!

Vergessen darf man indess nicht, dass diese Kamera als die lauteste SLR der Welt gilt!



Warum ist das "Warum zu analog" ein beachtlicher und für mich auslösender Punkt?


Man wird zwangsweise entschleunigt! Hier zeigt sich, dass die konzentrierte und ruhige Arbeit bei der Bildkomposition,

der Arbeit an der Kamera und den nachfolgenden Arbeiten im Labor eine eigene Geschwindigkeit mit sich bringt,

die für mich eine Philosophie der Ruhe und Entspannung darstellt.


Und ich habe mein fotografisches Auge wieder in Nutzung, lag es lange auf Halde und wartete geduldig...


Mamiya C220 TLR


Diese doppeläugige Kamera (TLR = Twin Lens Reflex) bringt auf jeden Fall ein gewisses Flair mit, das in der heutigen Zeit gar nicht mehr anzutreffen ist. Den heutigen Designern wurde „Flair“ im Studium wohl nur noch als freiwilliges Nebenfach angeboten… Und über Geschmack brauchen wir schon gar nicht erst zu reden!


Die Rollei-Pendants aus den 30er waren wohl die Paten der Idee, doch im Gegensatz der Festbrennweiten der Deutschen Kameras sollte sich hier zeigen, dass Wechseloptiken nicht nur möglich sind, sondern auch in Bereichen der professionellen Modephotographie ihren Einzug fanden. Für viele Jahre übrigens!


Für den Beginn wollte ich zunächst die C330F. Das „fast beste Modell" der C Serie, welches nur noch durch das nachgefolgte „S-Modell“ überboten wurde. Natürlich zu üppigen Preisen. Wobei - die S will mir gar nicht so sehr gefallen. Geschmacksache eben. Es sollte aber etwas marzialisches sein, Gewicht mitbringen und technisch anspruchsvoll!


Und dann sah ich sie. Eine C220. Aus Deutschland. Sogar mit zwei Objektiven! Zum Bieten…


Und dann war nichts mehr aufzuhalten. Ich bot mit, setzte meinen höchsten Betrag ein, den ich zu zahlen bereit gewesen wäre -


(Später stellte sich dieser Betrag übrigens als sehr realistisch heraus, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Erfahrung mit den heutigen Preisen hatte!)


– und sie gehörte zu einem wirklich angenehm

geringeren Betrag mir!

 

Zusammenstellung: Eine C220 mit Lichtschachtsucher, 55mm Objektiv mit Ledertasche,180mm Objektiv mit Ledertasche, ein Handgriff und ein Minolta Belichtungsmesser Flashmeter IV - und ein Drahtauslöser!


Als ich sie etwa eine Woche später in den Händen hielt, war ich stolz! Die gebotene Qualität war überaus gut, die Belederung vollkommen in Ordnung, keine großen Beschädigungen, nichts, was man nicht selber instand setzen kann.

Und die Vermutung, die „kleinere“ C220 würde anstelle der C330 „mickrig“ aussehen, nun, ohne eine C330 in der Hand gehabt zu haben - dass kann ich mir bei dem, was sie mitbringt, beim besten Willen nicht vorstellen!


Zunächst konnte ich leider noch keine Aufnahmen machen, da die Lichtdichtungen am Gehäusedeckel kaum noch vorhanden waren und sich in eine Art Teer verwandelt hatten.


Dies war mir aber durch die eBay-Bilder bereits im Vorfeld klar, so hatte ich zwischenzeitlich neue Lichtdichtungen erworben. Leider nicht aus Deutschland, der letzte Anbieter musste aufgegeben, so blieb mir nur der Kauf in den USA übrig.


Der Versand dauerte allerdings besonders lang, sodass ich genügend Zeit hatte, das Gehäuse zu inspizieren und zu reinigen. Bis ins Kleinste!

Meine Tochter sagt jetzt übrigens "Nerd" zu mir...


Darauf hatte ich mich aber wirklich gefreut, da ich so etwas gerne mache. Man lernt seine Kamera auf eine Art und Weise kennen, als wäre man beim Herstellungsprozess eingebunden gewesen, hätte sie mitproduziert und kennt jede Ecke!


Schließlich wird man hinterher mit einer voll funktionsfähigen, fast neu anmutenden Kamera belohnt, die sich von der Masse abhebt und einen in ihren eigenen kleinen Kosmos mitnimmt.


Und da droht leider eine nicht zu unterschätzende Gefahr! Durch meine umfangreiche Recherche kannte ich bald das gesamte Programm, dass Mamiya damals auf den Markt gebracht hatte - und welches bis heute auf dem Gebrauchtmarkt weltweit zur Verfügung steht.

Man muss es ja "nur noch" kaufen…

 

Da für das Mittelformat 6x6cm (also eigentlich exakt 57x57mm!) eine Brennweite von 80mm als „normal“ berechnet ist, musste ich mir doch schnellstens eine solche Optik zulegen.

 

In Großbritannien wurde ich auch recht schnell fündig, hatte ich doch noch keine großen Erfahrungen mit Japanischen Angeboten. Und England war da wirklich helfend, konnte ich mir für weitere Käufe nun mehr Zeit lassen.

 

Zwischenzeitlich habe ich mir dann noch spezielleres Werkzeug besorgt, dass für eine Revision einer Kamera und deren Objektive benötigt wird. Schlitzschraubendreher von WERA in 10 verschiedenen Größen, wobei ich 0,16 x 0,8 dann nicht gerade als „groß“ bezeichnen würde. Ein paar Kreutzschlitzschraubendreher von 00 bis 1…zusätzlich noch Isopropylalkohol, Pinsel, Wattestäbchen, Mikrofasertücher, diverse moderne Schmiermittel, Schleifpasten unterschiedlichster Abrassion, Feinmechaniker-Öl, ein spezielles Werkzeug zum Öffnen von Objektiven und Linsen, ein frisches Kölsch, Pinzetten und Handschuhe, usw...


Was man nicht kaufen kann ist allerdings Erfahrung! Fehlt diese, wie bei mir, dann lernt man mit dem Portemonnaie!


So habe ich fast zu Beginn der Reinigungsarbeiten nach dem Säubern der Mattscheibe dieselbe beim Einsetzen zerbrochen! Wie ärgerlich! Doch Glück im Unglück konnte ich ein zweites C220 Gehäuse zum Ausschlachten in Japan für knapp 36,00 Euro ergattern.


Kein Lichtschachtsucher, ein defekter Balgen, auch sonst ziemlich angegriffen und einige Teile im Inneren fehlten sogar. Aber die Mattscheibe war vollkommen in Ordnung und konnte nun die defekte an meiner Ersten Kamera ersetzen. Neu kaufen kann man diese nämlich schon nicht mehr!


Natürlich habe ich die defekte in die zweite C220 verbaut, also quasi getauscht. Die könnte sogar noch reichen…und vielleicht baue ich die zweite Kamera irendwann mal so auf, dass sie zumindest im Grundsatz wieder einsatzbereit ist…

 

Gut, wer den Anfang mit Objektiven macht, darf natürlich nicht einfach aufhören. Der von Mamiya angebotene Objektiv-Park war grundsätzlich beschränkt auf 7 verschiedene Brennweiten:


Weitwinkel 55, 65, Normal 80, Tele 105, 135, 180 und 250mm


Das 55er und das 180er waren ja bereits vorhanden, das 80er aus Großbritannien folgte umgehend. Und genau dieses 80er half mir dann, die Verschlüsse kennenzulernen und an den altersbedingten "Wehwehchen" Hand anzulegen.


Und dies sogar mit Erfolg! So weiß ich zwischenzeitlich, wie ich die Verschlussverzögerung des Bereiches 1/15 bis 1 Sekunde wieder auf ungefähr richtige Werte bringe. Das der Wert 1 Sekunde bei manchen Objektiven schon mal 3 – 4 Sekunden läuft, oder sogar stehen bleibt,

das muss ja nicht wirklich sein.


Reinigen, extrem vorsichtig Ölen, einsetzen und wieder justieren. Meine gekaufte Ölmenge hält übrigens bei meinem Ölverbrauch etwa 4 Generationen…!


Wer schon mal Blendenelemente in der Hand hatte, weiß, wie vorsichtig diese behandelt werden wollen. Und wie man nach nur 9 Stunden des Ausprobierens weiß, wie man sie wieder fachgerecht und funktionierend einsetzt. Natürlich von Fett und sonstigen Verunreinigungen befreit.


Das Zerlegen der Linsen gestaltet sich häufig einfacher als gedacht, soweit dies mich betraf.

Bei dem 250mm Objektiv ist eine Frontlinse leider von innen mit einem Belag versehen, der allerdings nur bei genauer Betrachtung und stimmigen Lichtverhältnissen erkennbar ist. Falls an dieser Stelle eine Art Vergütung sein sollte, dann ist diese auf jeden Fall beschädigt.


Meine Reinigungsversuche von soft (gut zureden) bis brutal (böse gucken) haben keine Verbesserung ergeben – aber auch keine Verschlechterung. Selbst Polierpaste mit Dremel, Wasserstoffperoxyd-Lösung H2O2, Reiniger für Ceranfelder und Autoglas-Politur, Essig und Lackreiniger...– alles half nichts.


Ok, Jammern auf hohem Niveau, da die betreffende Linse im doppeläugigen System an der Durchseh-Linse und nicht an der eigentlichen Aufnahmelinse angebracht ist. Aber „das Auge isst ja bekanntlich mit“.


Nach dem 80mm Objektiv bekam ich ein 105mm Objektiv recht günstig. Verschlusszeiten korrigiert, gereinigt, alles zufriedenstellend!


Das 135mm sollte sich anschließen, auch hier die Korrektur aller beweglicher Elemente, aber irgendetwas scheint hier nicht zu stimmen. Die Zeiten ab 1/15 und länger laufen annähernd doppelt so schnell ab, wie sie sollten.


Die Justage des Laufwerks bewirkt normalerweise ein schnelleres oder langsameres Ablaufen der Zeiten bei einem Regelweg von wenigen  Millimetern. Da ich bereits am Anschlag von „langsam“ bin, habe ich keine rechte Idee, warum dies so aus dem Ruder läuft. Ok, dann muss ich beim Einsatz des Objektives eben darauf achten, mit welcher „echten“ Zeit man dann bis 1/15sek. auslöst.

Die schnelleren Zeiten sind im Übrigen von diesem Phänomen nicht betroffen.


Als nächstes kamen die zwei letzten gleichzeitig ins Körbchen – das 250er und das 65er. Wobei letzteres mit drei Wochen Lieferzeit aus England unterirdisch lahm rüberkam! Das 250er aus Japan brauchte nur drei Tage für annähernd 9350 Km!!


Das 250mm Objektiv hatte ich ja bereits wegen der Linse angesprochen, der Rest diese Objektives kommt aber fast neuwertig rüber! Tolles Äußeres, saubere Zeiten in allen Bereichen. Oh, heutzutage spricht man ja von plausiblen Zeiten...


Übrigens ist dieses Objektiv ist nicht gerade beliebt. Die Anfangslichtstärke mit Blende 6,3 braucht schon üppiges Umgebungslicht und Abblenden kann man tatsächlich bis Blende 64! Für was gibt es nochmal ND - Filter...?


Der Umstand, dass die beiden Linsensysteme in einem vordefinierten Abstand auf dem Objektivträger befestigt sind, ist schuld daran, dass größere Durchmesser der Linsen technisch nicht mehr möglich sind!     

Sie würden sich schlicht und ergreifend „überlappen“. Und eine noch geringere Lichtstärke hätten die Kunden nicht mehr mitgemacht. Deswegen ist gerade dieses Objektiv nicht so häufig produziert und verkauft worden – für mich natürlich ein Grund, auf jeden Fall eins zu holen. Und natürlich auch die Tele - Perspektive...


Das 65mm Objektiv sollte sich als extrem schwierig erweisen! Ok, ich wusste, dass die Zeiten nicht korrekt liefen und der Einstellring dafür vollkommen dejustiert war.  Die hinteren Linsen wurden mit dem Ausdruck "haze" bezeichnet, also irgendwie neblig, matt, - wie auch immer.


Um an den Verschluss zu kommen muss man eigentlich nur die darüber liegende Linse abschrauben und gut ist. Wenn beide Objektive mit einer dünnen Platte miteinander verbunden sind, dann muss an eben dieser zunächst die Trennung erfolgen. Ging aber nicht. Ich bekam die oberste Linse ab, was mir aber nicht weiter half. Diese wieder drauf für den besseren Griff. Und wieder ab - hin und her...irgendwann lockerte sich unter der Platte der Rest der Optik und ich bekam ein paar Drehungen hin.

Also konnte ich zumindest am unteren Objektiv die Linsen lösen und ich kam an den Verschluss ran. Diesen wie üblich gereinigt (war besonders schmutzig) und das Verzögerungsgetriebe für die langsameren Zeiten schön in Alkohol gebadet und nach der Trocknung leicht (!) geölt.

Wieder zusammengesetzt und fertig.


Naja, sagen wir mal zeitlich hatte ich etwa 10% dessen verbraucht, was noch notwendig wurde - aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht... Die hinteren Linsen waren nicht neblig. Die waren einfach MATT ! So wie 120er Schmirgel auf Acryl...

Also erst mal ausgebaut... Ha, gar nicht so einfach!


Ich muss generell sagen, dass bei diesem Objektiv fast alle Verschraubungen extrem fest angezogen waren! Dies führte dazu, dass ich zwar einzelne Gruppen abschrauben, diese aber nicht zerlegen konnte! Vorerst...


Erst spät kam ich dahinter, dass der Konterring unter der Verbindungsplatte mit einem Linksgewinde versehen ist!!! Ganz böse Falle, denn dieser Ring ist essentiell für das Zerlegen und Verschrauben der Optiken zuständig.


Ich wechselte zwischen den Front und Heckbereichen um sogar mit Öl die Gewinde irgendwie wieder bewegen zu können.


Machen wir es kurz, ich hab gewonnen! Sogar die hintere Linsengruppe bekam ich später auseinander.


Hier die Besonderheit: Die obere Linse innen war so mattiert, dass man das mit einem Fingernagel spüren konnte. Umweltschäden, Londoner Nebel oder was weiß ich, aber kein Fremdverschulden oder so etwas. Damit fing ich erst an!


Erst Isopropyl. Nichts! Jetzt wieder H2O2 - natürlich auch ohne Erfolg, es war ja kein Pilzbefall. Dann war es mir egal, weil - durchsehen konnte man durch diese Linse sowieso nicht...


Also: Autopolierpaste. Ach...und sowas funktioniert? Aber ja! Mit Muße und vor allem Gleichmäßigkeit hatte ich nach etlichen Minuten tatsächlich einen ansprechenden Erfolg, den ich dann später durch Weiterpolieren noch verbessern konnte.

Das Glas wurde glatter und die Sicht klarer und klarer, schön gleichmäßig und wirklich nutzbar! Das war die obere Linse.


Die eigentliche Aufnahmelinse (unten) hatte ein anderes Problem. Sie sah schillernd aus, als ob sie ursprünglich eine Vergütung erfahren hätte - und diese war durchgehend beschädigt.

Dort bin ich vorsichtshalber weniger hart vorgegangen - und zwar mit Metallpolitur, die weniger abrasiv wirkte, aber dies bei einem annehmbaren Ergebnis. Leider ist hier eine Gleichmäßigkeit nicht hinzukriegen, dafür sind diese Vergütungen tatsächlich zu hart, aber die Lichtdurchlässigkeit konnte ich wieder leicht anheben. Ich bin gespannt, wie mein rüdes Verhalten hier bei Testaufnahmen bemerkbar ist - oder vielleicht nicht? Nein, ich glaube eher, dass ich einen leichten Hamilton - Effekt haben werde...mal sehen, ich bin gespannt!

Immerhin hat mich dieses Objektiv zwei Tage Arbeit gekostet!

 

Es gibt übrigens noch ein weiteres 80mm Objektiv im Angebot von Mamiya, allerdings mit der Anfangsblende 3,7 und einem eher schlichten optischen Aufbau, zu einem geringeren Preis für Kunden mit eher begrenzterem Budget.


Dieses Objektiv wird aus diesem Grunde als „das unbeliebte“ bezeichnet.

Also werde ich mir das wohl nicht holen.

Stand 06.2021.

Ich kenne mich doch...


Zu den Objektiven noch ein kurzer Abriss:


  • Anfangs gab es Seikosha – S Verschlüsse, Chrome genannt, weil in Chrom gehalten.
  • Dann gab es die  Seiko – Verschlüsse. Die waren schwarz gehalten.
  • Abschließend gab es die Seikos mit „blue dot“ bezeichnet.


Hierbei war der Spannhebel der Verschlüsse mit einem blauen Punkt gekennzeichnet. Nichts anderes als die Angabe einer späten Produktion, d.h. wenn man solche „blue dot“- Objektive kauft, dann sind diese den jüngsten Produktionsjahren zuzuordnen. Der optische Aufbau, die Linsen selbst - offenbar wurde in den ganzen Jahren keine Änderung daran durchgeführt -

zumindest habe ich darüber keinerlei Informationen finden können.

Einzig las ich, dass zwischen den 70er und 80er Jahren allgemein Vergütungen ihren Einzug hielten, die auch bei den Objektiven der C - Serie Verwendung fanden.


Dann noch schnell die Kameras abhandeln: (In der Reihenfolge ihres Erscheinens)


Von der Mamiyaflex (die Ur-C) gab es die C2, dann die C3, C33, C22, C220, C330, C330f, C220f, C330s

Ein Modell C220s wurde nicht produziert.


Die "2er Serie" war die Amateuer - Liga, die "3er Serie" eher für Profis.


Beginn der Serie war 1956… die letzte wurde 1985 aufgelegt und meines Wissens bis 1995 produziert.

Somit sind dann sind die jüngsten Produkte mindestens 26 Jahre - und die ältesten Produkte ca. 65 Jahre alt…


Das heißt, nur knapp 10 Jahre nach dem 2. Weltkrieg haben bereits findige Köpfe über die Realisierung

eines TLR Kamerasystems philosophiert, das dann später zur Marktreife gelangte…



Mittlerweile bin ich froh, die C220 getroffen zu haben.

Mir gefällt, dass diese Kamera nichts für Dich tut!

Nein - sie will bedient werden, man muss mit ihr arbeiten.



Einer der Unterschiede zur C330 ist z.B. die automatische Spannung des Verschlusses während des Filmtransportes. Hier sehe ich eine potentielle Fehler-/Reparaturquelle in den kommenden Jahren. Gut, der große Transporthebel an der Seite gefällt mir aus ästhetischen Gründen sehr gut, wäre mir auch an der C220 lieber, aber lassen wir alles so wie es ist, dann bin ich auch zufrieden.


Der ausklappbare kleine Transporthebel wurde übrigens bei der C220f komplett weggelassen, es gab nur noch einen dickeren mittig gelegenen Knauf. Nicht schön...


Dass meine ersten drei Filme beim Händler versaut wurden und ich deswegen auch noch wieder die eigene Entwicklung in der Dunkelkammer beginnen musste - naja... aber davon später mehr...


Auch, warum für meinen erweiterten Einstieg in die Kleinbild-Welt aus einer Leica R 7 eine Nikon F 3 wurde.


Dabei mag ich Nikon doch überhaupt nicht...