Nikon F3

Meine ersten 120er Filme seit 1983...



Das Ergebnis mit den ersten 3 Filmen der C 220 war sehr ernüchternd!                      ca. 28 Minuten


Je auf dem ersten Bild schwarze Artefakte, durchgehende Streifen, Flecken... Zunächst hatte ich meine Kamera und den internen Transportweg des Filmes in Verdacht! Doch halt, alles kann ich auch nicht falsch gemacht haben. Verdammt, ich habe den Mist doch mal gelernt!!


Ok, jetzt weiß ich was los war...! Die schwarzen Artefakte waren elektrostatische Entladungen beim Abreißen des Papierstreifens am Film im Labor. Zu hastig und unbedacht, vielleicht auch Unkenntnis? Azubi...? Naja, schade!

Die Streifen waren Abdrücke der Transportwalzen innerhalb des Automaten des Labors. Die Flecken sind noch Chemikalienreste auf dem Film in etwa 1,5 - 2 cm Größe - spielt eigentlich schon keine Rolle mehr...


Also entschloss ich mich notgedrungen, meine Filme in SW dann doch wieder selbst zu entwickeln.


Und gerade DAS wollte ich eigentlich nicht mehr machen müssen...


Doch nach den ersten entwickelten Filmen kam auch hier der Entschleunigungsfaktor zum Tragen, der mich bereits bei den Aufnahmen zufriedenstellend begleitet hatte! Von daher freue mich jetzt auf weitere Filme.


Einen 35er Film habe ich auch schon testweise entwickelt, da ich sehen wollte, ob meine Voigtländer Vito II. überhaupt noch bildtauglich ist!


Leider hat sich dies als absoluter Fehlschlag erwiesen, da nicht ein Bild auch nur annähernd scharf war! Auch hatte der Verschluss mit schweren Ausfällen zu kämpfen, da er gerne einfach mal offen blieb...na toll!


Gut, die Vito II. ist echt aus dem Rennen, aber 35mm haben auch ihren Reiz...

Nikon F 3




Ursprünglich hatte ich bereits sehr intensiv nach einer Leica R 7 Ausschau gehalten, die ich für mich gewählt hatte. Die R 4 war die Letzte, die ich im Laden verkauft hatte, die R 5 brachte keinen großen Mehrwert, die R 6 als rein mechanisches Modell bereits jetzt zu teuer...


Und dann noch die tolle Information, das bis zur R 7 die Ersatzteile noch reichlich vorhanden seien, während für die R 8 und R 9 bereits jetzt keine mehr zur Verfügung stehen! So freute ich mich wirklich, dass R 7 Gehäuse zu recht moderaten Preisen angeboten wurden, war sie doch tatsächlich eine Empfehlung für den "Späteinstieg" in die Leica-Welt.


Tja, dann kam aber, nachdem ich mir schon einige 7er vorgemerkt hatte, die Ernüchterung. Die Preise für die R - Objektive sind für mich tatsächlich zu hoch. Das hatte ich anfänglich falsch auf dem Schirm, nicht genügend aufgepasst. Natürlich nicht mal annähernd auf "M" - Niveau, aber eben doch zu hoch...


Was nun? Jetzt wollte ich doch im 35mm Bereich wieder was machen können!


Canon AE1? Canon A1? Minolta XD7? Olympus OM2? Eigentlich waren die Spitzenkameras, die ich Anfang der 80er Jahre verkauft hatte, jetzt zu einem Bruchteil des damaligen Preises verfügbar! Wie im Schlaraffenland, dachte ich zunächst, doch was erwartet einen denn bei diesen alten Geräten? Da waren auf einmal viele Dinge, die bei verschiedenen Modellen bereits bekannte Schwachstellen bildeten und einen Kauf eigentlich nur noch unattraktiv erscheinen lassen.


Anfang der 80er Jahre, da war ich übrigens bei Foto Evang, damals in der Acherstraße 23 in Bonn - doch nach meiner Ausbildung (als letzter Auszubildender!) machte das Geschäft 1 oder 2 Jahre später komplett zu und die Räumlichkeiten wurden an ein Reisebüro, später an einen wunderbaren Gothic-Laden vermietet.


Nun gut, es sind ja auch 4 Dekaden vergangen, irgendwie verdränge ich das immer wieder sehr geschickt vor mir selber!


Der Zufall wollte es, dass ich Zugang zu einer Nikon F 3 bekam, die augenscheinlich nur darauf gewartet hatte, von mir in Besitz genommen zu werden. Ich hatte sie noch im Hinterkopf - und manchmal meldet sich dieses Informationszentrum doch noch zum rechten Zeitpunkt.

Immer seltener, aber immerhin... ;-)


Trotzdem, ich gebe zu, dass ich Nikon als Marke nie (!) gemocht hatte! Ich war vollkommen immun gegenüber der Vielzahl der professionellen Fotografen, die sich mit Nikon einen Namen gemacht hatten. Weder die Qualität noch das Zubehör - einfach nichts konnte mich umstimmen! Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass ich im Laden eigentlich nie Nikon verkauft hatte.


Nun ja, ich bin froh, dass ich ein gewisses Alter erreicht habe, dass diesen trivialen und unbegründet negativen Aussagen gegenüber einer Kameramarke kein Gehör mehr schenkt. Und das hat weniger mit Schwerhörigkeit als mit Vernunft zu tun!


Nachdem ich mich mit der Marke Nikon und der Sparte der F - Kameras und deren Objektiven näher befasst hatte, war ich zuversichtlich, auch diese in mein Leben einzuladen...


Die Arroganz aber, die so manchen Nikon - Besitzern eigen ist, die werde ich definitiv nicht annehmen!

Sorry, hört sich hart an, hat aber seinen realen und erlebten Hintergrund!



Die F 3 befindet sich äußerlich in einem absolut tadellosen Zustand, wie ich zunächst dachte, bestückt mit einem 55mm Micro - Nikkor, bei 2,8er Blende. Zusätzlich ist noch der Lichtschachtsucher DW-3 anbei, der wieder ein kleines Gefühl der Mamiya aufkommen lässt. Die Batterie ist natürlich leer, ich hatte aber noch zwei passende LR44 im Hause.


Die Verschlusszeiten hören sich gut an, die gehen ja tatsächlich bis auf 8 Sekunden (!) runter. Während der ersten Sekunden höre ich aus dem Gehäuse ein sehr leises Geräusch, ähnlich einem mechanischem Laufwerk - was ich mir aber wirklich nicht vorstellen kann.

Vielleicht ein Kondensator o.ä.?


Der Sucher ist üblicherweise mit der Mattscheibe K bestückt, leider alles sehr schmutzig und verstaubt. Lies sich aber einwandfrei säubern.


Nicht problemfrei ist allerdings die LCD - Anzeige! Über den Prismensucher kann ich die Anzeige nicht einmal im Ansatz sehen!

Ich dachte erst, sie wäre so dunkel im Laufe der Jahre geworden, dass das eben normal wäre. Aber ohne Sucher bzw. mit dem Lichtschachtsucher kann ich die Anzeige sehr klar und hell erkennen. Sollte der Prismensucher einen Hau weg haben?

Ja, hatte er. Also habe ich mir erst mal Gedanken gemacht, wie der optische Weg im Prisma - oder daran vorbei - auf die Sichtelemente der Blende und der LCD-Anzeige geht. Dann habe ich das Gehäuse des Prismas geöffnet (Die Platte mit dem Nikon - Schriftzug und im Winkel fest daran die drei Fensterchen). Darunter sah ich dann drei winzige Spiegel. Nun...wie hart muss das Prisma einen mitbekommen haben, dass einer der Spiegel tatsächlich dejustiert war!

Die Justage selber ist eigentlich ein Kinderspiel! Das Blechgehäuse über dem Prisma mit 4 kleinen Schrauben lösen und abnehmen. Dann den Spiegelhalter von der Seite ansehen, damit man das Funktionsprinzip erkennt.

Dann die Einheit (so wie sie jetzt ist!) vorsichtig auf die Kamera setzen und schon kann man über den Sucher erkennen, wann der Spiegel in einer solchen Position ist, dass man die LCD - Anzeige wieder sehen kann!


Anschließend das Blechgehäuse wieder aufsetzen und die Schrauben festziehen... ach, wenn nur alles so einfach wäre! Verdammt, werde ich jetzt etwa Nikon - Fan...?


Das war aber nicht alles...


Die Abblendfunktion wollte nicht funktionieren. Defekt? Mhh... irgendwann schaute ich dann mal ins Objektiv und wollte die Blende mit der Hand schließen. Nichts! Ok, da liegt was im Argen. Mit einem dünnen langen Schraubendreher habe ich dann intern die Mechanik überbrückt und konnte die Blende leicht schließen.


Was war das? Wie im Schwimmbad, alles nass - aber kein Wasser... ÖL!


Kein Wunder, dass die einzelnen Blenden sich nicht mehr bewegen wollten, sie klebten förmlich aneinander.


Falsche Lagerung "unter dem Dach" bei extremen Temperaturen sorgte wahrscheinlich dafür, dass sich eine Art Ölnebel aus den Fett/Schmierbestandteilen im Inneren bildete, der sich dann im Laufe der Jahre auf den Blenden niederschlug.

Es sah tatsächlich wie Kondensat aus - nur eben kein Wasser!


Sollte ich etwa... natürlich ohne etwas kaputt zu machen...?


Ok, ok, ich begab mich daran, das Objektiv von hinten schrittweise zu öffnen und merkte mir sehr genau, welche Schrauben wo verbaut waren und der Rest - in welcher Drehung er aufgesetzt war.


Ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet, wie simpel der Aufbau war...


An den Blenden angekommen konnte ich diese dann als eine schmale Abteilung abtrennen und komplett in einem Alkoholbad entölen.

(Ich muss gestehen, "Alkoholbad" hat etwas Reizvolles in seinem Wortsinn, allerdings bade ich die Blenden ja nicht in Kölsch...)


Bei dieser Aktion lösten sich vier der sieben Blenden und ich musste wieder "Rate mal mit Blendenzahl" spielen, sprich, welche Reihenfolge, wie überlappend und in welchem Öffnungswinkel muss das alles wieder zusammengestellt werden.


Dies ging erstaunlich leicht, anschließend noch alles wieder umgekehrt zusammenschrauben und gut ist.


Ich gebe zu, ich hatte tatsächlich eine Schraube übrig, eine "Dreierkombination" musste wohl mit zwei Schrauben auskommen. Nun, ich werde später die Schraube wieder zuführen, zunächst muss das mal reichen - ich will ja endlich Probebilder machen...

(Tatsächlich hatte das Schreiben dieser Zeilen länger gedauert, als die kleine Schraube wieder ins Objektiv zu setzen, puhh, Glück gehabt!)


Um die Zeit nicht ganz nutzlos verstreichen zu lassen machte ich mir natürlich Gedanken über weiteres Zubehör,

also z.B. der Motor MD-4 und diverse Objektive.


Grundsätzlich sollte ich mich ja entscheiden: für Weitwinkel oder Tele.


Da ich im mft- Bereich schon sehr weitwinklig aufgestellt bin, dachte ich bei der Nikon dann an Tele.


Per Zufall eine gute Wahl, wie sich schon bald herausstellen sollte, da die älteren Weitwinkeloptiken tatsächlich als etwas bescheiden gelten, dagegen die Teleoptiken sehr gut performen!

Mit etwas Glück habe ich dann für recht kleines Geld ein 200mm 1:4 AI mit originalem Karton erstanden. Für etwa den gleichen Betrag hätte ich übrigens auch ein 80 - 200mm Zoom bekommen, aber ich wollte partout eine Festbrennweite.


Gerade dieses Objektiv ist wohl ein absoluter Klassiker, der in seiner Qualität den heutigen Objektiven überlegen ist!

Mechanisch sowieso, eben kein Plastikbomber...


Ich habe jedenfalls nur gutes darüber gehört, gelesen und gesehen und bin...war sehr gespannt!

Ich habe es bereits in den Händen (DHL - Express / Japan Deutschland / 9350 Km / 3 Tage)!


Es wurde als "Mint" beschrieben.


Ist - Zustand: Tatsächlich "Mint"!


Wirklich sehr gut erhalten, kein Kratzer am Lack/den Linsen/am Bajonett, selbst die ausschiebbare Sonnenblende ist wie neu! Das Bajonett war minimal dunkler, doch kurz mit Wattestäbchen und Alkohol drüber - c'est tout!


Mhhh...das sollte für den Anfang erst mal reichen...naja...


Dōmo arigatō nach Japan, das war nicht mein letzter Kauf!